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Mein zweites Gehirn arbeitet jetzt mit

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Obsidian und Claude verschmelzen

Ich nutze Obsidian seit einiger Zeit als persönliches Wissenssystem — Notizen, Projekte, Recherchen, alles verknüpft. Obsidian ist eine Notiz-App, die auf einfachen Markdown-Dateien basiert: kein Cloud-Zwang, kein proprietäres Format. Alles liegt als Textdateien im eigenen Dateisystem.

Was sich in den letzten Tagen verändert hat: Claude arbeitet jetzt direkt darin. Und das ist ein anderes Gefühl als ein KI-Chat.

Wie es konkret funktioniert

Ich habe eine Notiz in meiner Inbox abgelegt. Drei Sätze in normaler Sprache:

Guter Artikel vom Fraunhofer IESE über KI-Agenten in der Verwaltung (Link). Bitte recherchieren, Zusammenfassung schreiben, unter Ressourcen ablegen — und 2–3 Folien für das Seminar „KI-Einführung“ vorschlagen.

Das war alles. Kein Formular, kein Prompt-Engineering, kein Copy-Paste in ein Chat-Fenster. Ein Satz in normaler Sprache, im Dateisystem, in einer normalen Notiz. Ausgelöst mit einem einzigen Befehl: „Bearbeite Input ‚Agenten für die öffentliche Verwaltung'“.

Was dabei herauskam

Claude hat den Artikel analysiert, verlinkte Quellen einbezogen und eine strukturierte Ressourcen-Notiz erstellt — inklusive Drei-Stufen-Modell, Praxisbeispielen und Risikorahmen. Direkt verlinkt mit dem richtigen Ordner im Vault, mit passenden Tags, ohne dass ich noch einmal eingreifen musste.

Die Zusammenfassung war gut. Aber was mich mehr überrascht hat: Claude hat ungefragt vorgeschlagen, die neuen Inhalte an einer bestimmten Stelle in den bestehenden Folien zum Seminar „KI-Einführung“ einzubauen.

Das ist das, was man bei guten Mitarbeitenden liebt: nicht nur das Geforderte, sondern ein Ticken darüber. Die Querverbindung, die man selbst vielleicht erst abends gezogen hätte.

Was das bedeutet

Die Kombination aus Obsidian und Claude ist kein besserer Chatbot. Es ist ein Arbeitspartner, der meinen Kontext kennt — meine Projekte, meine Recherchen, meine Vorlagen — und der auf dieser Basis denkt, nicht nur antwortet.

Aufgaben in natürlicher Sprache. Ergebnisse direkt im Wissenssystem. Automatisch eingeordnet und verlinkt. Und manchmal ein Vorschlag, den ich selbst noch nicht gestellt hätte.

Zum Ausprobieren

Für alle, die viel mit Wissen arbeiten: Es lohnt sich.

Einfach machen. Dann wird es gut.

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